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Die James-Krüss-Schule

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Am Montagvormittag hatte ich noch die Gelegenheit, die James-Krüss-Schule auf Helgoland zu besuchen. Ein ausführlicher Rundgang durch das Gebäude – dafür an dieser Stelle noch einmal „Herzlichen Dank“ – hat mir viele der Besonderheiten der Inselschule eröffnet. Differenzierter Unterricht für Haupt- und Realschüler innerhalb der Klassengemeinschaften, zusätzlich werden einige Kinder mit Einschränkungen in die Klassen integriert, so etwas habe ich bisher nicht kennengelernt. Da kann frau nur den Hut vor den Lehrerinnen und Lehrern ziehen, die hier unterrichten.

So ist beispielsweise nicht nur eine Unterrichtsvorbereitung pro Stunde notwendig, sondern oft gleich zwei bis drei, damit die Schülerinnen und Schüler ihren Fähigkeiten gemäß gefördert werden können.

Sehr positiv wurde die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister hervorgehoben, der Wert auf eine gute Ausstattung der Schule legt, ist sie doch ein Garant dafür, dass junge Familien auf der Insel bleiben, wenn die Kinder eine gute Schulausbildung erhalten können. Dieser Wertschätzung kann ich mich nur anschließen.

Trotz des sehr positiven Ansatzes sehe ich aber auch noch Verbesserungsmöglichkeiten, die aber wohl überlegt werden müssen und für das Kollegium der Schule einen erhöhten Planungsaufwand bedeuten. Die derzeitig vorzubereitende Umstellung der Schule in eine Gemeinschaftsschule bietet eine große Entwicklungsmöglichkeit für die Kinder der James-Krüss-Schule. Ich sehe dieses insbesondere im Bereich der „Durchlässigkeit“, d.h. der verbesserten Chancen für Kinder, doch im Laufe der Schulzeit einen höheren Bildungsabschluss erreichen zu können, als eine Entwicklung zur fünften Klasse vermuten ließ. Zurzeit ist die James-Krüss-Schule neben dem Grundschulbereich in einen Hauptschul- und einen Realschulzweig aufgeteilt – die Kinder werden zwar im Klassenverbund unterrichtet, aber differenziert nach Haupt- und Realschule. Ein Wechsel in die höhere Bildungsform ist sehr unwahrscheinlich. Die vorzubereitende Gemeinschaftsschule, wie sie die Landesregierung Schleswig-Holstein vorsieht, würde vordergründig in der James-Krüss-Schule erst mal wenig ändern, diese Durchlässigkeit aber leichter erreichen lassen. Zusätzlich erhält sie den Auftrag als offene Ganztagsschule geführt zu werden. Dieses findet so auf Helgoland zurzeit noch nicht statt. Ich bin aber überzeugt davon, dass auch diese Hürde genommen werden kann. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der Biologischen Anstalt, die jetzt schon beispielsweise in der freien Nachmittagsbetreuung und bei den Wahlpflichtkursen durchgeführt wird, bietet Chancen, die anderen Schulen nicht offen stehen.

Problematisch erscheinen mir – auch das muss gesagt werden – die Versuche der Landesregierung Schleswig-Holstein, die für die Schule auf Helgoland unbedingt notwendigen zusätzlichen Lehrerstunden, die der Schule bisher zugestanden wurden, nun mit dem zusätzlichen Aufwand für die Gemeinschaftsschule verrechnen zu wollen. Hier ist auch die Gemeinde Helgoland in der Pflicht, auf die Landesregierung zuzugehen und dafür zu werben, dass die Inselschule dieses erhöhte Stundenkontingent auch weiterhin behält. Die Anforderungen, die an das Kollegium gestellt werden, sind nicht mit dem Aufwand an einer Schule auf dem Festland zu vergleichen und können nicht nur an der Zahl der Schülerinnen und Schüler gemessen werden.

 

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WATERKANT: Helgoland im Wandel

Titelblatt WATERKANTFelicitas Weck
"Helgoland im Wandel"
Waterkant 25. Jahrgang
I/2010


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